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27. Spieltag 2016/2017
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12. März

Hektik, Kampf, Dramatik: Baunach verliert unglücklich das Frankenderby

In einer spannenden Begegnung der 2. Basketball-Bundesliga ProA unterlagen die Baunach Young Pikes den Falcons aus Nürnberg ganz knapp mit 75:77 und müssen weiterhin um den Klassenerhalt bangen. Durch den überraschenden 77:55 Sieg von Essen in Hanau hat sich die Situation im Abstiegskampf wieder verschärft, denn nun liegt die Mannschaft aus dem Ruhrpott drei Spieltage vor Saisonende nur einen Sieg hinter Baunach, wobei allerdings der direkte Vergleich für die Young Pikes spricht.

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In der sehr gut gefüllten Graf-Stauffenberg-Halle entwickelte sich von Anfang an das erwartete Derby auf Augenhöhe. Vor allem im ersten Viertel dominierten Kampf und Hektik gegenüber den spielerischen Elementen, doch es zeigte sich, dass die ersatzgeschwächten Gastgeber, die neben Leon Kratzer (Einsatz bei Brose Bamberg) auch auf die verletzten Daniel Keppeler und Matthias Fichtner verzichten mussten, gegen die körperlich weit überlegenen Mittelfranken gut mithalten konnten. So stand es nach zehn Minuten 15:14, wobei bei den Gästen der bullige Andre Calvin, der schon acht Punkte erzielt hatte, kaum zu kontrollieren schien.

Auch im zweiten Abschnitt wogte das Spiel hin und her und es konnte sich kein Team absetzen. Während bei den Oberfranken Ali Nikolic, Tibor Taras und Arnoldas Kulboka (je 7 Punkte) die Akzente gesetzt hatten, waren bei den Falcons neben Calvin (10) auch der Ex-Baunacher Moritz Sanders (9) und Joshua Young (8) auffällig gewesen. Nach der Pause sahen die Zuschauer jetzt auch schöne Spielzüge, doch es gelang den Baunachern nicht, entscheidend näher zu kommen. Die Gäste hatten meistens die Nase vorne, wenn auch ihr Vorsprung nie mehr als fünf Punkte betrug. Beim Stand von 55:58 ging es dann in das letzte Viertel. Die „jungen Hechte“, die eine tadellose Einstellung zeigten, kämpften weiterhin verbissen um jeden Ball und konnten am Ende sogar das Reboundduell mit 42:41 für sich entscheiden.

Als die Youngsters in der 35. Minute durch Malik Müller mit 65:62 in Führung gingen, hatten sie sich endgültig in die Herzen der begeisterten Fans gespielt, die schon an einen Sieg glaubten. Doch jetzt wurde die Partie erst richtig dramatisch. Nürnberg konterte durch Dan Oppland zum 65:66, doch die Schützlinge von Fabian Villmeter und Mark Völkl hatten zwei Minten vor Schluss nach einem Korbleger des früh foulbelasteten Louis Olinde zum 73:70 wieder die Nase vorn. Sanders und Calvin antworteten für die Falcons zum 73:74, aber beim Stand von 75:76 konnten die Baunacher 11 Sekunden vor dem Ende einen relativ leichten Korbleger nicht verwerten. Nach schnellen Fouls ging Young 10 Sekunden vor der Sirene an die Freiwurflinie, traf aber unter dem ohrenbetäubenden Lärm der Fans nur den zweiten Freiwurf. Jetzt hatten die Young Pikes die Chance auf eine Verlängerung oder sogar den Sieg und sie entschieden sich, aufs Ganze zu gehen. Nachdem der erste Dreier nicht gesessen hatte, konnte sie nach einem Offensivrebound des stark spielenden Nicolas Wolf sogar ein zweites Mal relativ frei aus der Distanz werfen, aber auch dieser Wurf verfehlte sein Ziel, sodass die überglücklichen Nürnberger einen knappen Auswärtssieg und zugleich den Klassenerhalt feiern konnten.

Trotz aller Enttäuschung war Villmeter nach dem Frankenderby stolz auf sein Team: „Hut ab vor der Leistung meiner Jungs. Das war ein hochintensives und spannendes Basketballspiel, das auch anders hätte ausgehen können. Am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben, aber wir haben vieles richtig gemacht, haben mehr Rebounds und Assists, stehen aber trotzdem mit leeren Händen da. Natürlich hängen jetzt die Köpfe in der Kabine, aber wir haben in der derzeitigen Phase der Saison keine Zeit um enttäuscht zu sein, sondern jetzt müssen wir halt am nächsten Samstag gegen Ehingen den Klassenerhalt sicher stellen. Wenn wir wieder mit der gleichen Leidenschaft antreten und uns die Fans genauso unterstützen wie heute, dann bin ich mir sicher, dass wir das auch schaffen.“

Baunach Young Pikes: Nikolic (18 Punkte/ 2 Dreier), Kulboka (15/1), Taras (11/1), Olinde (11/1), Müller (9/1), Wolf (7/1), Edwardsson (2), Drell (2), Hoffmann, Nicklaus

Nürnberg Falcons BC: Young (17/1), Sanders (15), Calvin (14), Oppland (10), Zinn (9/1), Schröder (8/2), Watkins (4), Njei, Haßfurther, Bennett