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19 / 04. Januar 1998 / Marijampolé, Litauen / Small Forward

1. Arnoldas, 2016 war sehr erfolgreich für dich: NBBL-Meisterschaft, Nominierung für das NBBL Allstar Game und die Silbermedaille bei der EM. In deinem zweiten ProA-Jahr allerdings hatte Baunach viel zu kämpfen. Was ist dein Fazit bis jetzt?

Die Saison war schon sehr hart für uns in der zweiten Liga. Aber ich denke, dass das auch normal ist, weil wir das jüngste Team der Ligahistorie sind. Wir haben versuchen, uns von Spiel zu Spiel zu verbessern und haben vieles richtig gemacht.

2. Wie siehst du deine Rolle im Team?

Dieses Jahr ist meine Rolle viel größer, als sie es im letzten Jahr noch war und ich fühle mich gemeinsam mit ein paar anderen Jungs als einer der Leader im Team. Natürlich kommt dadurch auch mehr Druck für mich in jedes Spiel, aber ich komme damit gut zurecht.

3. Wieso hast du die 8 als Trikotnummer?

Eigentlich gibt es dazu keine Geschichte (lacht). Ich hatte nur immer die Nummer 8, seit ich in Litauen mit Basketball angefangen habe. Ich mag die Nummer einfach sehr und habe sie daher immer noch. Vielleicht kann man sagen, dass ich die 8 auch habe, weil meine Mutter am 8. Januar geboren ist (grinst).

 

4. Das ProA-Team ist in diesem Jahr ja sehr jung, durchschnittlich 19 Jahre alt. Wie ist es für die Mannschaft, gegen die erfahreneren Teams anzutreten?

Es ist schon eine tolle Erfahrung und wir brauchen die Competition auch, um uns zu verbessern und als Team und individuell zu wachsen. Ich denke, wir sind vielleicht nicht so erfahren wie andere Mannschaften in der Liga, aber dafür müssen wir eben zum Beispiel unsere Schnelligkeit nutzen, einfach weil wir jünger sind und daher vielleicht einen Vorteil beim Sprinten haben.

5. Was würdest du sagen ist der größte Vorteil eures Teams verglichen mit den anderen ProA-Teams?

Unser Siegeswille, wir wollen wirklich und unbedingt jedes Spiel gewinnen. Wir sind ein sehr junges Team und wollen so viel wie möglich aus der Saison herausholen und für uns erreichen. Wir sehen nur von Spiel und Spiel, das kann mit Sicht auf den weiteren Verlauf der Saison von Vorteil sein, weil wir uns voll auf die Partie fokussieren können. 

6. Einige Spiele waren ja sehr knapp, zum Beispiel in Kirchheim, wo nur Sekunden über Sieg oder Niederlage entschieden haben oder das Spiel gegen die Hamburg Towers, welches ihr mit einem Punkt gewonnen habt. Kannst du uns sagen, wie die Mannschaft mit den Auf und Ab’s der Saison umgeht?

Die Auf und Ab’s sind für uns mittlerweile normal geworden, gerade auch weil wir ja noch ein sehr junges Team sind. Wir probieren jedes Spiel einzeln anzugehen, verschiedene Dinge auszuprobieren und zu schauen, was für uns den meisten Erfolg bringt. Kein Spiel ist da wie das vorherige. Selbst wenn wir mit einem Punkt verlieren, wissen wir, dass wir das jüngste Team der Liga sind und auch solche Spiele uns mit Erfahrung versorgen, die für unsere Entwicklung wichtig ist. Das heißt also, auch die Spiele, die wir knapp gewinnen oder knapp verlieren, sind gut für uns.

7. Vergangenen Dezember bist du mit Litauen bei der Europameisterschaft angetreten, ebenso wie Louis und Felix für ihr Land dabei waren. Wie hast du das Turnier erlebt?

In erster Linie war es großartig, meine Freunde aus dem Nationalteam wiederzusehen. Ich habe die meisten von ihnen ja das ganze Jahr über nicht gesehen. Außerdem macht e simmer Spaß, für die Nationalmannschaft zu spielen. Es ist eine große Ehre, für sein Land zu spielen – besonders dann, wenn man noch eine Medaille gewinnen kann. Dann wird man schon ein wenig als “National Heroes” gefeiert (lacht). Es ist wirklich cool, dort zu spielen und wir freuen uns auf die Weltmeisterschaft im Sommer.

8. Was sind deine nächsten Ziele für 2017?

Ich möchte einfach ein besserer Spieler werden, mich weiterentwickeln. Ich möchte stärker spielen. Und natürlich möchte ich bei der Weltmeisterschaft eine Medaille holen.

Hier in Bamberg gibt es keine konkreten Ziele, ich versuche so viel wie möglich zu tun und mein Bestes zu geben. 

 

9. Du hast 2015 in Bamberg unterschreiben. Warum hast du dich damals für Oberfranken entschieden?

Ich habe nach der besten Möglichkeit für mich gesucht, mich zu entwickeln und da war Bamberg die beste Option. Die Coaches haben mir sehr zugesagt und auch sie wollten mich verpflichten. Also bin ich hergekommen.

10. Hat Bamberg deine Erwartungen getroffen?

Ja, ich denke schon. Vielleicht war der Plan für diese Saison zu Beginn anders, aber ich fühle mich wohl und spiele gut, sodass sich alles in die richtige Richtung entwickelt.

11. Wo siehst du dich in fünf Jahren – persönlich und basketballerisch?

Hoffentlich kann ich in der für mich besten Liga spielen, welche auch immer das sein wird, vielleicht ist es die ProA, die BBL, die Euroleague oder die NBA. Ich werde mein Bestes versuchen und alles geben, um dort zu bestehen. Dann werden wir weitersehen.

12. In den letzten Monaten waren ja einige international Scouts in Bamberg, die dich spielen sehen wollten. Wie gehst du mit dem internationalen Interesse in deine Person um?

Natürlich ist es toll zu wissen, dass die Scouts auch nach Bamberg kommen, um mich spielen zu sehen. Aber ich versuche nicht allzu doll daran zu denken und es an mich herankommen zu lassen. Ich tue meinen Job und sehe, was die Scouts darüber denken, denn am Ende sind sie es, die entscheiden, welcher Spielertyp ich bin und ob sie mich für ihren Verein gewinnen möchten. Aber dass daraus resultierend ein Druck auf mir liegt, kann ich nicht sagen. Ich sehe es eher als Motivation, aber ich versuche wirklich, das zu tun was ich immer tue.

13. Im Rückblick auf die letzten Monate kann man sagen, dass du oft unterwegs warst. Du hast an einigen Turnieren und Sichtungscamps teilgenommen, z.B. am EuroCamp gemeinsam mit Leon Kratzer. Kannst du uns sagen, wie es bei solchen Events zugeht? 

Es sind Camps, bei denen man sich als Spieler vor Scouts und Coaches präsentieren kann. Es geht in erster Linie nicht darum, als Team zu bestehe, denn man wird vor Ort ja in Trainingsgruppen eingeteilt, sondern alle möchten sich mit ihren individuellen Stärken und Schwächen bestmöglich zeigen. Es ist auf jeden Fall eine großartige Möglichkeit, denn vor Ort sind viele NBA- und Euroleague-Coaches, die Spieler für ihre Kader anschauen. Man versucht, sein Bestes zu geben und man freut sich, wenn sie einen bemerken (grinst).

Dass ich mit Leon zum EuroCamp reisen konnte, war schon etwas Besonderes, denn man ist befreundet und sieht sich ja eigentlich jeden Tag. Wir waren auch im gleichen Team beim Camp und da hat man schon die eingespielte Teamchemie miteinander, sodass es wirklich cool war. Aber davon abgesehen kannte ich bereits viele Spieler, die beim EuroCamp dabei waren, sodass wir eine Menge Spaß hatten.

14. Ihr habt ja einen ziemlich straffen Trainings- und Spielplan. Was tust du in deiner freien Zeit?

So viel freie Zeit bleibt da eigentlich gar nicht (lacht). Ich versuche, mich viel auszuruhen um bei den Trainings fit zu sein und erledige meine Schulaufgaben, die ich ja online bekomme. Ansonsten schaue ich Serien oder Filme, aber es gibt auch Wochen, wo für so etwas kaum oder gar keine Zeit bleibt. Die Online-Schule ist nicht einfach, aber man gewöhnt sich daran (grinst).