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21 / 18.03.1995 / geboren in Mülheim an der Ruhr / Shooting Guard

1. Die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es Dir mit deiner Verletzung und wie kam es dazu?

Mir geht es jetzt schon wesentlicher besser. Am Anfang war es natürlich ein Schock als ich gehört habe, dass ich operiert werden muss. Die Ärzte in München haben mir gesagt, dass ich meine Achillessehne entweder operieren lassen muss, oder die Belastung senken muss – aber das ist in unserem Job natürlich nicht so einfach möglich. Deswegen war die OP unumgänglich. Letzte Saison hatte ich bereits ein paar Probleme mit meiner Achillessehne, besonders am Ende der Saison hatte ich starke Schmerzen. Wir haben den ganzen Sommer durch Behandlungen versucht, das Problem in den Griff zu bekommen, aber da nichts davon wirklich angeschlagen hat, blieb uns nur der letzte Schritt zur OP. Jetzt hoffe ich, dass es besser wird. Ich habe aktuell keine Schmerzen, wobei ich natürlich noch nicht wieder in der Belastung bin. Ich denke aber, dass es sich weiter positiv entwickeln wird.

2. Du bist der dienstälteste Spieler im Team der Young Pikes – wie fällt dein Fazit zur letzten Saison aus?

Insgesamt war es eine erfolgreiche Saison für uns, aber ein leicht fader Beigeschmack ist trotzdem dabei, weil wir eben sehr knapp an den Playoffs vorbei geschrammt sind – wie schon in der Saison davor. Ich denke, wir hätten schon für die ein oder andere Überraschung sorgen können. Aber trotzdem muss man sagen, dass alle Spieler sich gut entwickelt haben. Johannes (Thiemann, Anm. d. Red.) ist in der Bundesliga, Andi und Schmidti spielen ebenfalls dort und die jüngeren Spieler haben sich gut entwickelt. Das ist in erster Linie das wichtigste.

3. Du gehst in deine dritte ProA-Saison. Wie beurteilst du den Wettkampf in der Liga?

Ich denke, dass man auch in diesem Jahr einige Top-Teams hat, die oben mitspielen werden, wie zum Beispiel der MBC, Crailsheim oder Gotha – ebenso wie die Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen werden. Aber es gibt eben auch noch ein breites Mittelfeld. Es ist im Gesamten professioneller geworden und das Niveau ist in der ProA angestiegen. Für uns als junge Mannschaft ist es eine gute Competition und wir möchten uns dort mit allen Mannschaften messen.

4. Euer Team ist in dieser Spielzeit sehr sehr jung, noch jünger als im letzten Jahr – wie ist deine Einschätzung zur Saison? Wie wird sich Baunach schlagen?

Ja, wir sind sehr sehr jung und hatten auch nicht gerade die optimale Vorbereitung auf die Saison – was aber natürlich nie die Ausrede sein darf. Es wird daher seine Zeit in Anspruch nehmen, bis wir wirklich in den Tritt kommen und die Leistung abrufen, die wir auf dem Feld bringen möchten. Hinzu kommt, dass wir durch den jungen Kader auch Spieler im Team haben, die zuvor noch nie ProA bzw. auf so einem hohen Level gespielt haben. An das Niveau muss man sich erst gewöhnen, das wird sicherlich noch ein paar Spiele dauern. Aber ich denke dann sind wir da angekommen, wo wir auch mit allen Mannschaften mithalten können. Dann können wir sicherlich für den ein oder anderen Sieg sorgen. Ich bin da sehr gelassen und blicke positiv auf die noch anstehenden Spiele.

5. Siehst du die Tatsache, dass euer Team so jung ist, eher als Nachteil oder als Vorteil?

Das ist eine gute Frage und ich denke, man kann es so oder so sehen: Für jeden persönlich ist es ein Vorteil, da man vielleicht in anderen ProA-Teams weniger spielen würde und eine kleinere Rolle einnehmen würde. Aber als Spieler will man natürlich oben in der Liga mitspielen, am besten um die Playoffs. Das werden wir vielleicht nicht schaffen, aber das steht auch nicht im Vordergrund. Jeder Spieler soll seine Minuten mit Verantwortung bekommen, sich weiterentwickeln und den nächsten Schritt gehen.

6. Du bist seit vielen Jahren im Bamberger Jugendkonzept. Was hat sich deiner Meinung nach verändert?

Grundlegend hat sich einiges verändert. Alles ist professioneller geworden, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch in der Jugend. Bis vor ein paar Jahren gab es das nicht, dass alle Spieler zum Beispiel ein einheitliches Outfit hatten. Wir hatten damals in der NBBL Spieler aus Bamberg und Umgebung und vereinzelt Talente aus ganz Deutschland. Mittlerweile kommen die Spieler aus Europa nach Bamberg und spielen hier im jungen Alter, um später einmal Bundesliga spielen zu können. Das Niveau in Bamberg ist gestiegen und steigt weiter, sodass es sich für alle Spieler auszahlt.

7. Hast du den Schritt, zu Bamberg zu wechseln, je bereut?

Es gibt natürlich gute und schlechte Phasen, in denen man denkt „Was wäre wenn“. Aber ich bin eher der Mensch, der nicht über das „was wäre wenn“ nachdenkt und sich nicht vorstellt, ob etwas woanders besser oder schlechter wäre. Man lebt im Hier und Jetzt und ich denke, alle Probleme, die hier auf mich zugekommen sind, wären auch an einem anderen Standort auf mich zugekommen. Deswegen habe ich es nicht bereut, nach Bamberg zu wechseln. Ich habe hier tolle Menschen kennengelernt, tolle Erfahrungen gesammelt und mit der NBBL sogar eine Meisterschaft feiern können. Insgesamt kann ich sagen, es war eine gute Zeit.

8. Wie bist du zum Basketball gekommen?

Meine Schwester hatte einen Sportlehrer, der mich auch kannte und meinte, dass ich für mein Alter ja schon recht groß wäre. Meine Schwester hat das dann natürlich meiner Mutter erzählt (lacht) und meine Mutter hat mich daraufhin gezwungen, ins Training zu gehen. Am Anfang hat es mir wirklich nicht so viel Spaß gemacht – das muss ich wirklich sagen. Ich wollte oft nicht zum Training gehen (lacht). Es war einfach nicht so meins. Aber nach ein, zwei Monaten hatte ich wirklich Spaß; meine Schwester ist irgendwann sogar meine Trainerin geworden. Ich habe dann eine Verbindung zu dem Sport gefunden und die Liebe zum Basketball ist bis heute geblieben. :-)

9. Warum ist deine Trikotnummer die 30?

Vor ein paar Jahren, als ich mit dem Brose-Team trainiert habe, kam der ehemalige Teambetreuer auf mich zu und sagte mir, ich bräuchte eine Nummer für die Saison. Also bin ich mit ihm all meine Lieblingsnummern durchgegangen, aber alle waren schon vergeben – wie zum Beispiel die 9, die in der NBBL immer hatte, war fest an Karsten Tadda vergeben. Und schließlich sind wir alle anderen Zahlen durchgegangen und die 30 ist es geworden. Die Liebe zu der Nummer ist geblieben und die gehört nun fest zu mir.

10. Mit Mark Völkl, der Assistant Coach bei Baunach ist, bist du sehr gut befreundet und hast 2012 den NBBL-Meistertitel mit ihm zusammen geholt. Wie ist das Verhältnis zu ihm?

Das Verhältnis mit Mark ist immer noch super gut, die Meisterschaft und auch die Jahre, die wir zusammen gespielt haben, haben uns zusammen geschweißt. Wir haben uns kennengelernt, als wir beide 13 waren und haben die Jahre danach basketballerisch viele Erfolge feiern können, wie zum Beispiel den NBBL-Titel 2012. Die anschließende Teamreise nach Mallorca hat dazu natürlich auch beigetragen (lacht). Es gab mit der Mannschaft natürlich auch schlechte Phasen, aber daraus ist eine Freundschaft entstanden, die immer noch anhält. Dass er jetzt mein Co-Trainer ist, hat daran nichts geändert, weil wir im Training sehr auf den Sport und die Mannschaft schauen, und beide das Beste für das Team möchten. Das hat der Freundschaft definitiv nicht geschadet.

11. Ist es denn komisch, wenn Mark dich als Trainer kritisiert oder auch ’mal lautstark angeht? Hat das Auswirkungen auf euch neben dem Feld?

Jeder würde lügen, wenn er sagen würde, beides wäre komplett voneinander getrennt. Aber wenn so etwas passiert, dann ist es vielleicht für ein paar Minuten komisch, aber danach ist alles wieder gut. Es ist, als würde man gegen seinen besten Kumpel 1 gegen 1 spielen und sich auf dem Feld fast prügeln, aber hinterher ist alles wieder vergessen (lacht).

12. Hast du denn noch viel Kontakt mit Johannes, Andi und Schmidti, seit sie nicht mehr in Bamberg sind? Ihr habt ja immerhin schon eine lange Zeit zusammen in Bamberg gespielt.

Ja, wir haben viel Kontakt, schreiben uns immer wieder. Es ist super, dass die Freundschaft noch anhält, nachdem wir bereits knapp sieben Jahre zusammen gespielt haben. Es freut mich für die Drei, dass sie den Schritt nun in die Bundesliga gewagt haben. Johannes macht dort einen klasse Job, aber auch Andi und Schmidti bekommen ihre Minuten und machen ihre Sachen gut. Natürlich würde man auch gerne den Schritt schon gemacht haben, aber mit meiner Verletzung ist das aktuell leider nicht möglich. Ich versuche, die Verletzung auszukurieren und die Saison gut abzuschließen. Aber wenn die drei Jungs da sind, dann machen wir viel zusammen.

13. Was kannst du den ganz jungen Spielern wie Henri oder Felix mit auf den Weg geben?

Sie müssen beständig sein in ihrem Handeln. Es werden Phasen kommen in ihrer basketballerischen Laufbahn, wo man denkt, nichts kann einen aufhalten, aber genau in den Momenten muss man erst recht hart arbeiten, weil die anderen Spieler überall auf der Welt auch nicht aufhören zu arbeiten. In schlechten Phasen kann man den Kopf nicht in den Sand stecken, und sagen man hat plötzlich keine Lust mehr. Aus solchen Phasen kommt man nur heraus, wenn man an sich arbeitet und sich Vertrauen für das Spiel holt.

14.Was möchtest du im Basketball noch erreichen?

Das primäre Ziel ist selbstverständlich wieder fit zu werden, eine gute Saison zu spielen und dem Team zu helfen. Weiter gedacht ist es natürlich mein Ziel, in der Bundesliga zu spielen und dort ein etablierter Spieler zu werden.

15. Gibt es denn einen Plan B, wenn es mit Basketball irgendwann nichtmehr klappt?

Ja klar – es wäre fahrlässig, keinen Plan B zu haben. Jeder Spieler muss sich mit dem Thema auseinandersetzen, denn es kann immer etwas unvorhergesehenes passieren. Ich würde anfangen zu studieren. Was genau weiß ich noch nicht, aber vielleicht etwas mit Naturwissenschaften.

16. Hast du ein Lebensmotto? Wenn ja, welches und warum?

Ein wirkliches Motto habe ich nicht, aber ich versuche immer, das zu machen, was mich glücklich macht. Jeder Mensch hat nur eine begrenzte Zeit auf der Erde und man sollte diese Zeit nicht mit negativen Gedanken verschwenden. Ich versuche das zu machen, was mich glücklich macht, was mir Spaß macht, weil das die Dinge sind, auf die man später guten Gewissens zurückgucken kann.

17. Beschreibe dich in fünf Wörtern.

Lustig - Freundlich - Teamplayer - Bodenständig - Das fünfte dürfen sich unsere Fans aussuchen :-)

18. Das nächste Heimspiel steht ja bereits vor der Tür – dieses Mal kommt mit Gotha einer der Ligafavoriten in die Blaue. Wie ist deine Einschätzung zum Spiel?

Ich denke, dass es wieder ein hartes Spiel wird. Die letzten Jahre haben wir zuhause immer gegen Gotha gewonnen, aber dieses Mal wird es ein anderes Spiel. Gotha ist noch stärker geworden und will definitiv oben um den Aufstieg mitspielen. Wir werden natürlich versuchen, bis zum Ende mitzuspielen und das Spiel offen zu gestalten. In der Blauen ist es denke ich nicht so einfach, für andere Mannschaft zu performen. Aber für uns zählt, dass wir eine gute Leistung abliefern und die Sachen umsetzen, die wir uns vornehmen, sodass für uns ein gutes Ergebnis herauskommt – ob es ein Sieg oder Niederlage wird, das werden wir am Samstag herausfinden ;-) .