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17 / geboren am 22. Februar 1999 / geboren in Uppsala / Power Forward

1. Felix, dieses Jahr ist dein zweites Jahr ProA in Bamberg. In deiner ersten Saison war deine Zeit auf dem Court eher begrenzt, ungefähr sechs Minuten. In dieser Saison sieht das anders aus, du spielst durchschnittlich 15 Minuten. Wie würdest du deine Entwicklung bis jetzt beschreiben?

Nicht nur ich entwickle mich weiter, sondern auch das Team und dieses Jahr ist wieder alles anders. Letztes Jahr hatten wir einige „ältere Spieler“ wie Thiemann, Schmidti oder Andi Obst, also Spieler, die bereits Erfahrungen mit Brose Bamberg gesammelt haben. Dieses Jahr sind bis auf Malik und Ali alle jünger bzw. 1997 geboren, was natürlich jedem auch die Möglichkeit gibt zu spielen. In dieser Konstellation habe ich das Gefühl, dass ich mich sehr viel als Spieler verbessern kann, weil ich Spielminuten auf sehr hohem Niveau bekomme. Überall anders in Europa würde man wahrscheinlich nicht so viele Minuten wie in Baunach bekommen, sodass es hier schon eine sehr besondere und gute Situation für mich ist.

2. Du spielst außerdem im NBBL-Team von Breitengüßbach und in der 2. Regionalliga. Wie hoch ist die Belastung, in drei Mannschaften gleichzeitig zu spielen?

Es ist okay und hält sich in Grenzen. Natürlich ist man nach einem Wochenende mit drei Spielen sehr müde, weil man oft nur Energie für zwei Spiele hat, sodass man am Sonntagabend wirklich k.o. ist. Aber die meiste Zeit haben wir zwei Spiele, sodass es gut funktioniert. Nach einem Tag Pause ist man dann aber wieder fit für die Woche, auch wenn das Training und die Spiele wirklich tough sind.

3. Du hast im letzten Dezember gemeinsam mit Louis und Arnoldas an der U18 Europameisterschaft teilgenommen. Das Turnier ist nicht unbedingt so gelaufen, wie euer Team sich das vorgestellt hat – ihr seid 16. Geworden. Wie hast du das Turnier erlebt?

Wir hatten als Team nur zwei Tage, um uns richtig auf das Turnier vorzubereiten. Normalerweise haben wir den Anfang des Sommers dafür, aber da die EM ja vom Sommer auf den Winter verschoben wurde, sind die Wochen der Vorbereitung für uns ausgefallen. Von daher war es zunächst schwierig, als Team zusammenzufinden. Besonders wenn man gegen Mannschaften wie Spanien oder Kroatien antreten muss, ist es schwer für ein so kleines Land wie Schweden dort mitzuhalten. Wir haben uns zwar im Laufe des Turniers verbessert, aber so richtig in den Tritt sind wir nie gekommen - das war das eigentliche Problem. Für mich persönlich war das Turnier ein Auf und Ab, obwohl ich viele Minuten bekommen habe. Ich habe eigentlich solide gespielt, aber in manchen Partien hat es nicht ganz geklappt. So war es aber eigentlich für jeden meiner Mitspieler.

4. Was bedeutet es dir, im Nationalteam von Schweden zu spielen?

Es bedeutet mir eine Menge. Als ich jünger war, habe ich den anderen Nationalspielern zugesehen und davon geträumt, auch mal dort zu spielen und in der Lage zu sein, mein Land zu vertreten. Jetzt, wo man älter ist, ist es schön sein Land zu repräsentieren und sein Bestes zu geben. Vor der EM lief es eigentlich auch ganz gut, nach der EM war es ein wenig enttäuschend (lacht). Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass ich bei der EM für Schweden dabei sein durfte.

5. Du bist in Schweden geboren und aufgewachsen, jetzt lebst du in Deutschland. Kannst du uns sagen, was die Unterschiede zwischen den beiden Ländern ist?

Ein richtiger Kulturschock wie man vielleicht denkt war es nicht. Es ist natürlich ein Unterschied, aber der ist nicht so groß für mich wie zum Beispiel für Henri, der aus Estland nach Deutschland kommt. Es ist in vielen Punkten sehr gleich und daher war es für mich auch ziemlich einfach, mich hier zurechtzufinden.

6. Was vermisst du am meisten in Deutschland?

Natürlich vermisse ich meine Familie und meine Freunde, und auch meine Heimatstadt. Aber davon einmal abgesehen, ist es das Essen, was ich vermisse (lacht). Das ist für mich immer noch gewöhnungsbedürftig (lacht).

7. Deine Familie besucht dich regelmäßig in Bamberg – bedeutet dir das viel?

Ja, sehr. Es ist immer schön, wenn meine Familie da ist und bei meinen Spielen zuguckt. Besonders Spaß macht es, wenn meine Brüder dabei sind und im Publikum sitzen und mich anfeuern. Ich versuche, die wenige Zeit, die meine Familie dann in Bamberg ist, zu nutzen, denn eigentlich sehe ich meine Familie nur einmal im Monat. Auf der einen Seite ist es natürlich irgendwie traurig, dass wir uns so selten sehen, aber auf der anderen Seite gewöhnt man sich auch daran und jeder Besuch ist etwas Besonderes.

8. Wie und wann hast du angefangen, Basketball zu spielen?

Ich glaube ich war sechs Jahre alt und meine Mutter war Trainerin in Uppsala, das ist sie dann auch die nächsten vier bis fünf Jahre geblieben. Sie hat mich einfach mit zum Training genommen.

9. Beschreibe Dich in fünf Wörtern.

Nett – langsam (lacht) – intelligent – geduldig – faul 

10. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir wünschen?

- Eine erfolgreiche Basketballkarriere

- Dass meine Familie und ich immer gesund bleiben und

- dass ich immer Wünsche frei habe

11. In der Preseason hast du eine Zeit lang mit dem Team von Brose Bamberg und Andrea Trinchieri trainiert, warst auch beim Vorbereitungscamp in Italien. Wie war es mit der BBL-Mannschaft zu trainieren?

Es war sehr besonders mit ihm und dem Team zu trainieren, und das betrifft so viele Aspekte. Brose Bamberg ist ein Euroleague-Team und mit ihnen zu trainieren war eine Erfahrung, die ich vorher so nicht hatte. Ich habe gemerkt, wie intelligent das Spiel an sich ist, wie taktisch jeder Schritt ist und dass es mehr ist, als den Ball einfach nur in den Korb zu werfen, zu sprinten oder zu dunken. Es sind 1000 Sachen drumherum, die genauso wichtig sind. Wenn du einer Spielerlegende wie Nikos Zisis zuguckst, was er auf und neben dem Feld macht, dann versuchst du natürlich, es wie er zu machen und die Erfahrungen mit in dein Basketballleben zu integrieren. Ich denke, das ist sehr wichtig und bringt dich einen Schritt weiter. Hin und wieder trainiere ich auch mit dem Brose-Team, aber nicht sehr häufig.

12. Du bist 1999 geboren, bist also einer der jüngsten Spieler im Team. Was ist deine Rolle im Team?

Mein Job ist es, Energie aufs Feld zu bringen und zu kämpfen, den Teamspirit zu stärken. In den Minuten, die ich bekomme, möchte ich alles geben und versuche auch hin und wieder, den Drei-Punkte-Wurf zu nehmen (grinst).

13. Manche der Auswärtsfahrten dauern ja ziemlich lang, z.B. die nach Hamburg. Wie muss man sich die Stimmung nach einem Sieg und nach einer Niederlage im Bus vorstellen?

Das ist schon ein großer Unterschied, ob wir gewinnen oder verlieren (lacht). Nach einer Niederlage ist jeder in seiner eigenen Welt, hört Musik oder schaut Serien oder macht auch einfach ‘mal nichts. Nach einem Sieg jedoch feiern wir den ganzen Weg bis nach Hause (lacht). Wenn es wirklich lange Fahrten sind und wir erst morgens um 5 Uhr in der Früh wieder in Bamberg sind, wird man auch schon mal müde, aber die meiste Zeit wird gefeiert.

14. Einige Spiele sind für die Baunach Young Pikes noch zu spielen. Was können die Fans noch von Euch erwarten?

Die Fans können erwarten, dass wir alles geben werden, um so viele Siege wie möglich zu holen um natürlich den Klassenerhalt zu schaffen.