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1. Gerard, du hast dich im Sommer für die Baunach Young Pikes entschieden und bist aus Gotha nach Oberfranken gewechselt. Was waren die Gründe dafür?

In erster Linie war es die Möglichkeit, für einen großen Club in Deutschland zu spielen und in der ProA zu spielen. Dazu kam die Chance, mit wirklich talentierten Spielern wie denen bei Brose Bamberg zu trainieren – besonders aber auch mit denjenigen, die über die ProA hinaus talentiert sind. Aber ich wollte natürlich auch die beste persönliche Chance für mich ergreifen und mich bestmöglich entwickeln. Ich denke, dass es eine gute Entscheidung war, sich dem Farmteam von Brose anzuschließen.

2. Aktuell müssen wir ja auf dich verzichten – was ist mit deinem Fuß passiert?

Es war im Training beim Pick’n‘ Roll. Ich bin zum Korb gezogen und habe gepasst, aber als ich wieder auf dem Boden aufgekommen bin, bin ich auf Daniels (Keppeler, Anm. d. Red.) gelandet und habe mich an meinem Knöchel verletzt.

3. Der Saisonbeginn war ja sicherlich anders geplant – die ersten Spiele konntet ihr keinen Erfolg einfahren. Wie ist dein Eindruck von der bisherigen Saison?

Natürlich ist es nicht leicht für uns. Wir sind ein sehr junges Team, die Erfahrung fehlt uns also und das ist genau das, was wir noch brauchen. Die Situation mit nur einem Sieg ist für niemanden einfach und wir wollen unsere Dynamik weiter verbessern und glauben weiterhin an uns. In jedem Spiel gibt es „schlechte Momente“, aber aus diesen lernen wir und machen unsere Erfahrungen in der ProA. Ich weiß, dass wir das Talent und die Spieler haben, um zu gewinnen, weswegen ich auch am Anfang der Saison gesagt habe, dass wir es bis in Playoffs schaffen können. Vielleicht war es zu dem Zeitpunkt zu hochgegriffen, aber ich habe das Potential unserer Mannschaft da schon gesehen. Es kommt eben auf die Erfahrung an, die wir uns nun erarbeiten. Das wird uns helfen, uns zu verbessern. 

4. Du bist Deutsch-Spanier – wie kommt es zu dieser Kombination?

Auf dem Papier bin ich das, aber ich fühle mich nicht wie ein Deutsch-Spanier (lacht). Meine Großmutter kommt aus Hamburg, aber sie verließ Deutschland, als sie jünger war und meinen Großvater kennenlernte. Danach sind sie nach Barcelona gegangen und haben dort zusammen gelebt. Meine Mutter hat Deutsch gelernt, da sie in Barcelona auf eine deutsche Schule ging und meine gesamte Familie spricht ebenfalls deutsch. Aber ich fühle mich nicht so deutsch, auch meine Mutter eigentlich nicht (lacht).

5. Wo soll der Weg im Basketball dich noch hinführen? Hast du besondere Ziele?

So wirkliche Ziele habe ich nicht, ich spiele einfach Basketball. Basketball ist mein Job, und es macht mir auf jeden Fall Spaß. Jetzt ist es aber eben auf einem professionellen Level, was bestimmte Sachen mit sich bringt. Ich werde solange spielen wie es geht und danach werde ich dann wohl einem anderen Job nachgehen.

6. Wenn es drei Dinge gibt, die man über dich wissen sollte, dann wäre das…?

Ich glaube, ich bin ein guter Typ (lacht). Mit mir kann man über alles reden und ich bin lustig. Zwar nicht immer und auch nicht so lustig wie mein Teamkollege Will (McDowell-White, Anm. d. Red.), aber ich gebe mein Bestes (lacht).

7. Wie hast du eigentlich mit dem Basketballspielen angefangen?

Ich war ein sehr aufgewecktes Kind (lacht) und bin mit sechs Jahren immer zuhause herumgetobt. Also hat mich meine Mutter, die schon immer Basketball geliebt hat, ins Programm zu Badalona geschickt und dort habe ich dann mit Basketball angefangen. Eigentlich auch nur, um mich müde zu machen und damit sie selbst auch ein wenig Freizeit vor mir hat (lacht). Danach habe ich weiter für Badalona gespielt. 

8. Dort hast du dann deine Basketballausbildung genossen – Badalona ist ja ein Programm, was in Basketballkreisen nicht unbekannt ist. Was kannst du uns darüber erzählen?

Die Zeit bei Badalona war bis jetzt die beste Basketballzeit, die ich hatte. Als ich noch kleiner war, hatte es noch nichts mit Leistungsbasketball zu tun, da war es mehr Spaß. Doch als ich 12 oder 13 war, wurde es ernster mit dem Sport. Bei Badalona zeigen sie dir die richtigen Dinge um erfolgreich zu sein, sie bilden dich gut aus. Und selbst wenn du es nicht bis ganz nach oben schaffst, haben sie dort kein Problem damit, dir das auch zu sagen und mit dir gemeinsam ein anderes Team für dich zu finden. Es war eine tolle Erfahrung dort und ich habe den Club-Verantwortlichen dort sehr viel zu verdanken.

9. Mit der spanischen Nationalmannschaft konntest du ja schon einige Erfahrungen auf internationalem Parkett sammeln – was bedeutet es dir, Nationalspieler zu sein und was waren die bisherigen Highlights im Nationaltrikot?

Individuelle Highlights kann ich gar nicht so sehr bestimmen, denn ich war immer mehr der Rollenspieler in der Nationalmannschaft, was auch völlig in Ordnung ist. Ich habe meinen Job dort gemacht. Aber als Team kann ich sagen, dass wir den vierten Platz bei der WM in Kaunas damals erreicht haben und bei der EM war es die Bronze-Medaille. Aber in Europa gibt es so viele gute Teams, da gibt man immer sein Bestes.

10. Am Wochenende kommt es zum nächsten Auswärtsspiel gegen Chemnitz 99ers. Deine Einschätzung zum Spiel?

Das wird erneut ein schweres Spiel, besonders weil es ein Auswärtsspiel ist. Letztes Jahr hat Chemnitz es bis ins Halbfinale der ProA geschafft. Dieses Jahr hat die Mannschaft vielleicht ein wenig mehr zu kämpfen, was für mich auch eine Überraschung ist. Aber wenn man auf den Kader schaut, ist es schon beeindruckend – da ist viel Erfahrung und auch Talent. Man merkt, dass der Wille zum Aufstieg in die BBL da ist, sodass auch deren Halle immer voll ist. Aber trotzdem haben wir keine Angst, es wird zwar tough, besonders weil wir wie gesagt so jung sind, aber wir werden alles geben und sind weiter motiviert. Der Druck ist da, wie es im professionellen Basketball auch normal ist, aber Angst haben wir nicht.