logoproa logobrosebaskets

18 / 19. März 1998 / geboren in Hamburg / Small Forward

1. Louis, du bist in diesem Sommer von den Hamburg Towers nach Bamberg gewechselt und hast bei uns einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Was hat dich dazu bewogen, bei Brose Bamberg zu unterschreiben?

Es war sportlich die beste Option, die ich für mich gesehen habe. Die Kombination mit der ProA- Mannschaft und der ersten Bundesliga ist einmalig und für mich die beste Chance, mich weiterzuentwickeln und den nächsten Schritt zu gehen.

2. Du hast in der Saisonvorbereitung einen Teil der Zeit mit Andrea Trinchieri und der Brose Bamberg-Mannschaft trainiert, warst mit dem Team beim Trainingslager in Italien. Wie war das für dich?

Es war eine sehr gute Erfahrung, das erste Mal mit einer richtigen Profimannschaft und so einem besonderen Coach zusammen zu trainieren. Es war mir sehr viel weitergeholfen und ich habe sehr viel lernen können.

3. Bisher konntest du ja auch schon ein wenig BBL-Luft schnuppern. Wie war es, für Brose Bamberg auf dem Feld zu stehen?

Das war wirklich ein schönes Gefühl, und es war der Moment, wofür ich immer gearbeitet habe - wie eine Art Belohnung- und das hat mir etwas zurückgegeben. Es war ein sehr schönes Gefühl, vor so vielen Menschen zu spielen. Natürlich ist man auch aufgeregt, aber es war unglaublich. 4. Denkt man in so einem Moment an etwas Bestimmtes? Man versucht einfach, sein Bestes zu geben. Man macht sich eigentlich keine Gedanken, aber natürlich merkt man, wenn gute 7000 Leute einem zugucken und zuschreien. Aber man versucht sich zu fokussieren und das zu tun, was man immer tut.

5. Wenn du Hamburg und Bamberg vergleichst – was ist anders?

Das ist in erster Linie schon der Unterschied. Hamburg ist eine riesengroße Stadt und hat viele Facetten. Bamberg ist dagegen klein, aber mir gefällt es. Man kennt viele Leute, es ist nicht so unübersichtlich, man kommt überall schnell hin und lernt schnell viele Leute kenne.

6. Gibt es etwas, was dir nicht an Bamberg gefällt?

Dass es keine U-Bahn gibt :-).

7. In der aktuellen Saison spielst du ja eigentlich nicht nur in der ProA, sondern auch im Bamberger NBBL-Team, wobei dein Fokus auf der 2. Bundesliga liegt. Diese Woche konntest du mit den Young Pikes gegen Hanau gewinnen. Was erwartet uns noch in der laufenden Saison?

Einige Spiele haben wir ja noch und wir versuchen, möglichst viele davon zu gewinnen. Die nächsten drei Partien müssen wir gegen drei sehr starke Mannschaften bestreiten, gegen Kirchheim, den MBC und Crailsheim – also die Top Drei Teams der Liga. Vielleicht können wir dort ein Spiel klauen oder auch nicht – das werden wir sehen. Danach fokussieren wir uns auf die nächsten Spiele – gegen Dresden, gegen Paderborn – die wir gewinnen können und auch sollten, um den Klassenerhalt zu schaffen.

8. Wie siehst du deine Rolle im ProA-Team?

Ich glaube, ich bin defensiv sehr wichtig, kann viele Positionen verteidigen – von der 2 bis zur 4, sogar auch mal die 5. Offensiv sollte ich freie Würfe treffen, den Ball bewegen und für den Teamzusammenhalt sorgen.

9. In Hamburg hast du ja schon ProB gespielt, nun folgt der Schritt in die ProA und vereinzelt auch schon in die BBL. Wo führt deine Entwicklung hin?

Ich hoffe in die NBA, das ist mein großes Ziel. Dort zu spielen wäre super. Es ist natürlich aber ein großer Schritt gewesen, von der ProB in die ProA zu wechseln und dort zu spielen, ebenso wie in der BBL. Man merkt große Unterschiede, es ist viel professioneller und das Spiel ist schneller und stärker. Aber ich fange langsam an, mich daran zu gewöhnen und hoffe, dass es die nächsten Jahre weiter so steil bergauf geht.

10. In diesem Sommer konntest du mit der U18- Nationalmannschaft das Albert-Schweitzer-Turnier gewinnen und hast damit ein bisschen deutsche Basketballgeschichte geschrieben. Wie hast du das Turnier erlebt?

Ich war am Anfang des Turniers nicht ganz fit, musste erst in das Turnier finden. Aber ich habe mich dann immer besser zurechtgefunden, habe mehr Einsatzzeit bekommen und besser gespielt. Es war natürlich ein sensationelles Turnier und sehr cool mit allen zusammen. Wir waren ein gutes Team, haben uns sehr gut verstanden und das Turnier nachher dann ja auch gewonnen. Was will man mehr?

11. Wie steht es deiner Meinung nach um den deutschen Basketball?

Es wird immer besser, der Sport Basketball bekommt einen immer höheren Stellenwert in Deutschland, sodass es mehr Fans gibt und mehr Leute, die sich für unseren Sport interessieren. Deutsche Spieler werden sehr gut gefördert durch die Quoten, die von den Ligen installiert wurden. Ich habe das Gefühl, es geht bergauf und das gefällt mir natürlich. :-)

12. Dein Vater ist den Basketballexperten unter uns bereits bekannt (Vater Wilbert Olinde, Anm. d. Red.). Ist er dein Vorbild?

Auch (lacht). Auf jeden Fall ist er als Vater mein Vorbild, aber ich habe nicht so viele Spiele von ihm gesehen, deshalb weiß ich nicht, ob er auch basketballerisch mein Vorbild ist. Als Mensch ist er das aber klar. Natürlich hat er viel im Basketball erreicht, sodass er da schon in gewisser Weise eine Vorbildfunktion hat.

13. Was hast du besonders von ihm gelernt?

Die Mentalität im Spiel - sich wirklich darauf zu konzentrieren, was man macht und sich nicht mit Schiedsrichterentscheidungen auseinander zu setzen oder nicht mit Teammates, die mal einen Fehler machen. Er hat mir beigebracht, dass man sich auf sich und das Team fokussieren soll. 

14. Manche Auswärtsfahrten sind in der ProA ja doch etwas länger – wie zum Beispiel die in deine Heimatstadt Hamburg. Mit was verbringst du die Zeit, wenn ihr unterwegs seid?

Wenn wir mit dem Brose Bamberg-Bus fahren und WLAN haben (lacht), dann schaue ich Serien oder Filme. Ansonsten unterhalten wir uns viel, wir spielen manchmal auch Karten. Musik höre ich oft, aber lese eigentlich relativ selten.

15. Beschreibe dich in fünf Wörtern.

Ehrgeizig – humorvoll – uneigennützig – verantwortungsbewusst – unordentlich

16. Wenn du kein Training hast, mit was verbringst du deine Zeit?

Ich gucke sehr oft Serien oder spiele PlayStation (lacht). Nachmittags nach dem Training schlafe ich aber auch oft. Ich mache eigentlich nichts Besonderes. :-)

17. Macht ihr auch viel miteinander als Team?

Immer mal wieder. Wir gehen manchmal essen oder treffen uns, aber manchmal will man auch seine Ruhe – besonders nach anstrengenden Trainings. So richtig auf die Nerven gehen, tun wir uns aber nicht (lacht). Wir haben alle ein gutes Verhältnis zueinander. Klar lernt man sich immer besser kennen, aber wir finden da eine gute Balance. Vielleicht kommt der Punkt irgendwann, dass man sich gegenseitig nervt.

18. Redet ihr denn auch mal privat miteinander oder geht es nur um Sport?

Das Private ist auch ein Thema, man lernt sich auch was das angeht immer besser kennen. Ich verstehe mich gut mit Arnoldas, mit Felix und Jona – da schreibt man viel und unterhält sich oft, sodass es da auch öfters um etwas abseits des Sports geht. Natürlich „lästert“ man auch mal, so wie man das halt macht, über Dinge, die man bei Twitter oder Instagram gesehen hat und tauscht sich aus. Aber so richtiges Lästern, wie Frauen es manchmal machen, das tun wir denke ich nicht (lacht).