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Warum hast du dich für Bamberg entschieden?

Ich habe mich für Bamberg entschieden, weil ich glaube, dass es der richtige Schritt für mich in meiner Karriere ist. Letzte Saison habe in Leverkusen ProB gespielt, daher war das der einzig logische Schritt, jetzt in die ProA zu wechseln. Bamberg hat eines der besten Nachwuchsprogramme in Deutschland, daher habe ich mich für Brose entschieden.

Deine Position ist ja bekanntlich die des Aufbauspielers. Ist das deine Lieblingsposition und wolltest die schon immer spielen?

Der Point Guard ist definitiv meine Lieblingsposition (grinst). Früher habe ich aber eher auf dem Flügel gespielt und nicht das Spiel aufgebaut. Aber aufgrund meiner Größe und meines Skills-Sets, was sich über die Jahre natürlich auch verändert und verbessert hat, war das die logische Konsequenz auf die Point Guard-Position zu rücken. So wurde ich die letzten drei Jahre auch auf diese Position und die Aufgaben des Aufbauspielers geschult. Was genau sind denn eigentlich die Aufgaben des Point Guards? Man sagt ja immer, der Point Guard ist der verlängerte Arm des Coaches und im Endeffekt ist man dazu da, dass man das Spiel auf dem Feld organisiert. Man zeigt die Richtung an, in die es gehen soll: man sagt klassischerweise die Plays an und kommuniziert viel mit dem Team. Es geht darum, die Kommunikation vom Coach und den Spielern das ganze Spiel über aufrecht zu erhalten.

Was würdest du sagen sind deine Stärken und Schwächen auf dem Feld?

Meine Stärke ist definitiv meine Schnelligkeit und meine Übersicht, ebenso der Drive zum Korb. Meine größte Schwäche ist auf jeden Fall meine rechte Hand – ich bin ja Linkshänder und mein Ballhandling mit rechts ist wirklich verbesserungswürdig. Außerdem würde ich auch sagen, dass in meinem Drei-Punkte-Wurf noch Potential steckt.

Reden wir einmal über die BARMER 2. Basketball Bundesliga. Wie siehst du die ProA als Liga?

Die ProA ist auf jeden Fall eine starke Liga, die beiden Top-Teams am Ende der Saison steigen ja schließlich in die erste Basketball Bundesliga auf – das heißt ja schon etwas. Das Level in der ProA ist auch anders als in der ProB, es werden weniger Fehler gemacht und besonders die Amerikaner sind definitiv stärker als in der ProB und es ist eine Qualität da. Auch denke ich, dass die ProA sich in den letzten Jahren wirklich als Sprungbrett in die BBL etabliert hat. Mehr Spieler schaffen den Sprung aus der zweiten Liga in die easyCredit BBL, früher war es schwerer, den Schritt zu machen. Viele Spieler nutzten ihre Zeit in der ProA, um sich für die BBL zu empfehlen.

Was sagst du zum bisherigen Saisonverlauf? Welche Niederlage war bisher die schlimmste?

 

Es sind jetzt noch neun Spiele zu spielen, wir haben quasi zwei Drittel der Saison schon gespielt. Die Saison läuft zugegebenermaßen sehr durchwachsen für uns. Wir hatten mit vielen Verletzungen zu kämpfen, natürlich auch mit zwei Abgängen und es war immer ein gewisses „Chaos“ für uns. Wir sind durch die Niederlagen in Hamburg und Rostock schlecht in die Saison gestartet, haben uns dann aber wieder gefangen und eine kleine Siegesserie geschafft, die wir leider nicht halten konnten. Jetzt sind wir ein wenig in ein Loch gefallen vor dem Sieg gegen Schalke. Bis jetzt war es eine sehr toughe Saison, aber wir haben uns bis jetzt noch nicht aufgegeben und denken auch nicht daran, das zu tun. Die schlimmste Niederlage war definitiv die gegen Trier nach der doppelten Overtime. Wir haben eine zwanzig-Punkte-Führung zur Halbzeit abgegeben und das war definitiv tough. Aber es sind wie gesagt noch neun Spiele zu spielen und wir geben als um die Liga zu halten – das ist unser oberstes Ziel. 

Wird das Thema „Abstieg“ im Team thematisiert?

 

Ich müsste lügen, wenn ich sage wir sprechen darüber nicht. Aber wir versuchen, von Spiel zu Spiel zu schauen, aber es ist trotzdem immer irgendwie im Kopf – man kann sich ja die verschiedensten Szenarien dazu ausrechnen. Ich finde aber, dass Felix und Mario einen guten Job machen, uns davon fernzuhalten und uns keinen Druck zu machen. Wir schauen wie gesagt von Spiel zu Spiel, wie es für uns jetzt weitergeht.

 

Wie würdest du euer Team dieses Jahr beschreiben?

 

Wir sind alle sehr jung und ich bin mit meinen 21 Jahren ja schon einer der Ältesten (lacht), unser jüngster Spieler ist ja erst 16 (Elias Baggette, Anm. d. Red.). In so einer Art Team habe ich vorher noch nie gespielt. Ich kann für mich sagen, dass ich mich hier wohl fühle und es für mich das richtige Team ist. Wir verstehen uns alle super miteinander und sind über die Saison als Team zusammengewachsen. Auf dem Feld klappt das teilweise aber noch nicht so ganz. Unser Team hat aber auf jeden Fall Potential, das hat man ja auch bei unseren knappen Niederlagen gegen die Teams gesehen, die oben in der Tabelle stehen. Wir haben immer wieder gezeigt, dass wir es können, aber für uns kommt es auf die Konstanz an und auf den mentalen Fokus, was natürlich bei jungen Spielern schwer ist. Es ist nur Feinheiten, die wir meiner Meinung nach verbessern müssen.

 

Gib uns einmal ein kleines Inside in das Team: Wer ist der Clown, wer braucht am längsten zum Duschen etc?

 

Der Clown ist definitiv Henri – an ihn kommt wirklich keiner ran (lacht). Keiner bringt mich so zum Lachen wie er. Bei den Heimspielen kommt die Musik von mir, auf Auswärtsfahrten hören wir im Bus eigentlich selten Musik, wir spielen eher Karten oder Ähnliches. Der Fleißige im Team ist definitiv Mateo, der vor und nach jedem Spiel ganz diszipliniert seine Übungen macht. Dani Keppeler braucht am längsten zum Duschen, wobei man aber auch sagen muss, dass er vor dem Duschen erst einmal sein Handy checkt (lacht). Es gibt dann noch den Zocker unter uns, das ist Nico Wolf.

 

Warum hast du deine Trikotnummer?

 

Die 47 steht für meine Heimatstadt Krefeld, dort bin ich geboren und habe die meiste Zeit meines Lebens dort gelebt. 47 ist die Nummer dafür und ich wollte das in Franken repräsentieren (grinst). Es ist aber auch eine Nummer, die eher selten vergeben ist, weil sie hoch ist und die Kombination aus 4 und 7 nicht so oft vorkommt.

Wenn deine Freunde dich beschreiben müssten, was würden sie wohl sagen?

 

Ich bin jemand, mit dem man immer lachen kann, ich lache wirklich über alles (grinst). Ich bin meistens immer gut drauf und man kann sich auf mich verlassen, egal ob auf oder neben dem Feld. Mit mir kann man gut reden, auch über Sachen, die über das Basketballspielen hinausgehen. Eigentlich bin ich für jeden Spaß zu haben. 

 

Wolltest du schon immer Basketballprofi werden?

 

Jein. Dass es mit dem Basketball ernst wurde, habe ich vorher nicht geahnt. Mein Ziel war immer, es so weit zu schaffen wie möglich, aber dass ich mir irgendwann vor Augen geführt habe, dass es etwas Professionelles sein könnte, kam bei mir erst spät. Da war ich 17 oder 18, das ist also noch gar nicht so lange her. Als ich mit Basketball angefangen habe, war es aber schon immer so, dass ich diesem Hobby die meiste Aufmerksamkeit geschenkt habe. 

 

 

Gibt es einen Plan B, wenn es mit dem Basketball nicht klappen sollte?

 

Für mich war es schwer, Sachen neben dem Basketball zu finden, die mich wirklich interessieren. In den letzten zwei, drei Jahren habe ich mir daher auch nicht so viele Gedanken dazu gemacht. Aber jetzt habe ich festgestellt, dass ich später vielleicht etwas mit Kindern machen möchte. Ich habe eine Leidenschaft dafür entwickelt, mit Kindern zu arbeiten und passenderweise habe ich damals auch mal ein Praktikum im Kindergarten und in der Grundschule gemacht. Vielleicht ist das etwas, eventuell auch Grundschullehrer, auf jeden Fall mit dem kleinen Nachwuchs.

 

Was motiviert dich, jeden Tag ins Training zu gehen?

 

Ich habe immer eine gewisse Motivation, die von mir selbst kommt. Aber in den wirklich toughen Momenten wie jetzt zweifelt man natürlich an gewissen Dingen. Ich versuche dann, mir vor Augen zu führen, was wirklich wichtig ist. Natürlich mache ich das alles auch für mich selbst, aber natürlich auch für meine Familie und meine Mutter und Geschwister, auch für meine engsten Freunde. Wenn ich wirklich Probleme habe mich zu motivieren, dann denke ich an all diejenigen – meine Mutter ist da aber die stärkste Motivation für mich.

 

Als nächstes Spiel warten die Rostock Seawolves auf euch. Das Hinspiel ist uns allen ja auch aufgrund der Verlängerung noch in Erinnerung. Wie schätzt du das Spiel ein?  

 

Mit Rostock haben wir ja noch eine Rechnung offen, da war unser erstes Spiel mit Verlängerung. Wir sind damals mehr mit Glück in die Overtime gekommen, hatten schlechte Wurfquoten – das wollen wir dieses Mal besser machen. Es ist daher schon so etwas wie eine kleine „Rache“, die wir für das Hinspiel ausgeben wollen. Es ist schwer zu sagen, wir müssen gewinnen, weil wir in dieser Phase eigentlich alles gewinnen müssen. Aber ich würde sagen, wir haben gute Match-Ups gegen die Seawolves – besonders einen Spieler, der uns im Hinspiel schon viel abverlangt hat und uns einiges eingeschenkt hat (Tony Hicks markierte damals 36 Punkte, Anm. d. Red.). Ihn müssen wir kontrollieren. Ich bin mir aber sicher, dass wir das Spiel auf jeden Fall gewinnen können.