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Nicolas Wolf / 17 / geboren am 26. Juni 1999 in Bamberg / Shooting Guard

1. Nico, wir mussten die letzten Spiele aufgrund eines Muskelfaserrisses in der Wade ja auf dich verzichten – wann können wir dich wieder auf dem Parkett sehen?

Eigentlich war Weihnachten geplant, aber da wir dann keine Spiele mehr haben, muss ich sozusagen noch bis zum neuen Jahr warten.

2. Es ist dein erstes Jahr ProA, quasi nebenbei spielst du noch in der Bamberger NBBL – was macht mehr Spaß?

Natürlich ist das Niveau in der NBBL nicht so hoch wie in der ProA, auch weil man dort oft gegen wesentlich ältere Spieler spielt und sich mit den Besten messen kann. Auf ProA-Level entwickelt man sich automatisch mehr weiter, aber in der NBBL kann man wiederrum mehr mit seinen individuellen Leistungen „glänzen“. Aber mir macht beides sehr viel Spaß :-).

3. Wenn du ProA und NBBL vergleichst - lief eins von beidem bisher besser?

Beides läuft gleich gut. In der ProA ist es schwierig, gut zu spielen, auch weil ich ein noch sehr junger Spieler bin. Aber auch in der NBBL läuft es gut.

4. War es für dich überraschend, in den ProA-Kader aufzurutschen und wie kam es überhaupt dazu?

Überraschend in dem Sinne nicht direkt, aber sehr erfreulich. Schon vor der Saison habe ich mit Fabian Villmeter gesprochen, wie er sich die Saison für mich vorstellt, in welchen Mannschaften ich spielen soll, was er für Ziele mit mir hat. Dort hat er mir dann auch gesagt, dass ich Teil der ProA-Mannschaft sein und dort auch spielen soll. Fabian hat aber auch gesagt, dass wir sehen müssen, wie viel ich spielen werde. 

5. Du spielst ja eigentlich schon dein Leben lang Basketball – war es schon immer dein Berufswunsch, Basketballprofi zu werden?

Eigentlich schon, ja (lacht). Als ich klein war hat mir mein Bruder schon immer den Ball zugeworfen. Damals habe ich noch Fußball, Tennis und Basketball gespielt, aber als ich älter wurde, musste ich mich für eine Sache entscheiden. Ich war für meine Altersklasse schon relativ groß – das war in der achten Klasse. Mehrere Sportarten auszuüben war mit der Wochenendbelastung und der Schule nicht zu meistern. Also habe ich mich für Basketball entschieden. Seit dem wollte ich Profi werden.

6. Wenn du auf deine bisherige Laufbahn im Basketballtrikot zurückguckst, was waren die schönsten Ereignisse?

Es fing an mit der U14-Meisterschaft in Bamberg, was sehr schön für mich war, in der U14 schon so erfolgreich zu sein. Im letzten Jahr durfte ich mit der Nationalmannschaft an der U16-Europameisterschaft teilnehmen, wo ich meine ersten internationalen Erfahrungen sammeln konnte. Das war ein Erlebnis, was ich so schnell nicht vergessen werde. Und dieses Jahr bin ich mit der NBBL deutscher Meister geworden – ich denke, dazu muss man nicht viel sagen. Es ist etwas sehr Besonderes, in der NBBL Meister zu werden. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl.

7. Wenn du bis jetzt ein Fazit zur ProA-Saison 2016/17 ziehen müsstest, wie würde das ausfallen?

Am Anfang war es natürlich schwer, auch weil wir gleich zu Beginn gegen die richtig schweren Gegner der Liga spielen mussten und dort auch einige Male mit vielen Punkten Unterschied verloren haben. Aber über die Zeit und mit jedem Training haben wir besser zu uns gefunden und haben mehr Energie für die Spiele getankt, sodass die Siege auch gekommen sind. Unsere Laune im Team ist besser geworden, wir waren wacher und sind so zum Erfolg gekommen – das hat uns geholfen und so soll es auch in der Rückrunde weitergehen.

8. 2016 bist du mit der NBBL ja deutscher Meister geworden, es war also durchaus ein erfolgreiches Jahr für dich. Hast du für 2017 schon Vorsätze?

Ich habe mir fest vorgenommen, mein Abitur zu schaffen – das ist mir sehr wichtig. In der NBBL möchte ich das TOP4 erreichen, wo für uns dann wieder alles möglich ist. In der ProA möchte ich mit dem Team den Klassenerhalt schaffen, und schauen ob wir nicht vielleicht noch mehr in die Tabellenmitte rücken können. Nach der Schule möchte ich mich auf jeden Fall erst einmal komplett auf Basketball konzentrieren, vielleicht für ein bis zwei Jahre. Ich möchte schauen, wo der Weg für mich hinführen kann. Eventuell studiere ich nebenbei noch, aber ich möchte auf jeden Fall beim Basketball bleiben.

9. Möchtest du in Bamberg bleiben?

Bamberg ist eine sehr gute Option, aber ich lasse mir auch alle anderen Möglichkeiten frei. Nach dem Abitur habe ich genügend Zeit, mir Gedanken zu machen und werde abwägen, was für mich das Beste ist.

10. Dein Bruder Chris, gegen den die Baunacher ja am vergangenen Spieltag gespielt haben, war wie du ein „Güßbacher Jung‘“. Wie sehr hat er dich im Sport beeinflusst?

In jüngeren Jahren hat er das sehr viel, denn nur durch ihn bin ich dazu gekommen. Ich konnte noch nicht mal laufen und er hat mir schon den Ball zugepasst. So bin ich zu den Ballsportarten überhaupt gekommen.

11. Gibt es denn familienintern eine Art „Basketballbattle“? Immerhin seid ihr auf dem ProA-Parkett immer Gegner und keine Brüder.

In der Familie werden natürlich beide unterstützt. Unsere Familie möchte immer, dass beide Teams ihre Spiele gewinnen und dass mein Bruder und ich beide erfolgreich sind. Aber wir selber ärgern uns schon oft, zählen die Siege und Niederlagen und vergleichen uns in der Tabelle der ProA – da wird sich schon mit Niederlagen „aufgezogen“ (lacht). Aber natürlich freuen wir uns als Brüder, wenn der Andere ein gutes Spiel macht. Unser beider Ziel ist, dass weder Baunach noch Urspring absteigt und wir weiter in der ProA spielen können. 

12. Jetzt konntest du am letzten Samstag nicht gegen deinen Bruder mitspielen – war das sehr bitter für dich?

Ich konnte nicht mit nach Ehingen, weil mein Fuß die Belastung der Busfahrt leider noch nicht mitmacht und das war natürlich sehr schade. Die beiden Spiele gegen Urspring sind genau die Spiele, wo ich auf jeden Fall auf dem Feld stehen wollte – das konnte ich so im ersten Spiel leider nicht. Ich hätte sehr gerne gegen meinen Bruder gespielt und hätte ihn und seine Mannschaft gerne geschlagen (lacht). Im März gibt es ja die zweite Chance ;-).

13. Was machst du auf langen Auswärtsfahrten?

Eigentlich mache ich nicht viel. Natürlich habe ich oft auch meine Schulunterlagen dabei und versuche auf der Fahrt zu lernen. Aber bei langen Auswärtsfahrten – und das sind nun mal die meisten unserer Fahrten – ziehe ich es vor, viel zu schlafen und Musik zu hören, um vor dem Spiel abzuschalten.

14. Bleibt denn eigentlich neben der Schule – du machst ja gerade auch Abitur – und Training noch Zeit für andere Dinge?

Viel Zeit bleibt da nicht. Aber die wenige Zeit, die ich habe, verbringe ich oft mit meiner Freundin. Sie ist abends oft bei mir, wir schauen Fernsehen oder gucken Filme. Ab und zu zocke ich auch ’mal ganz gerne (lacht). Am Wochenende verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie, wir sitzen oft zusammen und spielen oder schauen fern. Ansonsten treffe ich mich gern mit meinen Freunden und wir unternehmen etwas zusammen.

15. Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Puh, drei Wünsche (lacht). Erstens wünsche ich mir lebenslange Gesundheit – dass ich verschont werde von schlimmen Krankheiten, weil ich weiß wie schlimm das ist und ich es in meiner Familie selber mitbekomme. Als zweites wünsche ich mir, mein Abitur zu schaffen (lacht) und mein dritter Wunsch ist, dass meine Großeltern noch lange lange leben.

16. Beschreibe dich in fünf Wörtern.

Zielstrebig - charmant - höflich - nett - ambitioniert

17. Am morgigen Samstag empfangen die Young Pikes die RheinStars Köln in der Blauen – wie ist deine Einschätzung zum Spiel?

Es ist erst einmal immer schön, wenn Ex-Bamberger - wie am Samstag Arne Woltmann - zu uns in die Blaue kommen. Aber zum Spiel kann ich schwer etwas sagen, da ich den Kölner Kader nicht sehr gut kenne. Ich denke aber, dass wenn wir unser Spiel machen und uns an den Gameplan halten, dann haben wir eine Chance. Wir müssen sehen, wie das Spiel verläuft und werden darauf reagieren.