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Saison 2017/18

 

Mit einer etwas anderen Ausrichtung starteten die Baunach Young Pikes in ihre 5. Bundesligasaison in Folge. Vor dem Saisonstart erschien folgendes Interview mit Coach Fabian Villmeter im Fränkischen Tag:

 

Sind die Baunach Young Pikes für den Saisonstart gerüstet?
Fabian Villmeter: In der Vorbereitung hatten wir leider viele Verletzte. Die, die fit waren, haben bei den Profis von Brose Bamberg oder beim NBBL-Team mittrainiert. Wir haben auch kein Testspiel bestritten. Die Gefahr, dass sich noch mehr verletzen würden, war einfach zu groß. Als Mannschaft haben wir sehr wenig miteinander trainiert. Viel mehr Sorgen macht mir aber, dass zum Saisonstart der eine oder andere weiterhin fehlen wird. Am Wochenende wird Rob Ferguson nicht dabei sein. Er laboriert an einer Verletzung im Oberschenkel. Louis Olinde fehlt auch noch, obwohl es bei ihm schon deutlich besser aussieht. Er hat sich Mitte August einem Eingriff am Knie unterziehen müssen. Nico Wolf ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht zurück, und Kay Bruhnke kam mit einem Bänderriss im Sprunggelenk von der U16-EM zurück. Daniel Keppeler ist Mitte August am Blinddarm operiert worden und erst seit wenigen Tagen wieder im Training.

Mit Robert Ferguson und Chris Fowler sind zwei Neuzugänge im Team, die schon erfahrener sind als die anderen Spieler. Welchen Hintergrund hatten diese Verpflichtungen?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens ist es nicht unser Anspruch, jedes Jahr einen Preis für die jüngste Mannschaft zu gewinnen, sondern es muss insgesamt passen. Wir waren in der vergangenen Saison extrem jung. Wenn ein oder zwei Spieler eine gewisse Erfahrung mitbringen und die Jungen anleiten, dann ist das sicherlich etwas, was den jungen Spielern in ihrer Entwicklung hilft. Außerdem haben sich im Sommer auf dem Markt der jungen deutschen Spieler nicht so wahnsinnig viele Optionen aufgetan. Der dritte Punkt ist der, dass wir der Mannschaft insgesamt etwas mehr Stabilität geben wollen. Die Tatsache, fast nur mit Doppellizenzspielern zu spielen, birgt natürlich die Gefahr, dass man mit einem sehr ausgedünnten Kader irgendwo hinfährt. Das haben wir einige Male so erlebt. Jetzt haben wir zwei amerikanische Profis im Kader, die nur für Baunach spielberichtigt sind. Über die Saison hinweg betrachtet, werden wir jetzt mehr auf die bewährten Kräfte setzen können, als das in den vergangenen zwei Jahren der Fall war.

Mit William McDowell-White, Chris Fowler und Eddy Edigin haben drei Spieler die komplette Vorbereitung mit Brose Bamberg bestritten. Ist das ein Hinweis darauf, dass diese drei die Anführer im Baunacher Team sein werden?
Chris Fowler und Rob Ferguson sind sicherlich als Führungsspieler eingeplant. Ich glaube auch, dass William McDowell-White von seinem offensiven Potenzial her definitiv jemand ist, der viele Spielanteile haben und auf den vieles offensiv zugeschnitten sein wird. Er ist ein sehr talentierter Spieler und mit Louis Olinde, Henri Drell und Kay Bruhnke einer derer, für die wir dieses ganze Unterfangen in der ProA machen. Ich glaube, dass auch er das Potenzial hat, auf einem sehr hohen Level anzukommen. Bei Eddy Edigin ist es etwas anders. Er war nach der Erkrankung von Daniel Keppeler der einzige Große, den wir für Brose abstellen konnten. Eddy ist noch sehr roh und hat erst im Alter von 16, 17 Jahren richtig mit dem Basketballspielen angefangen. Er ist zwar "schon" 21, aber eigentlich noch ein sehr junger Spieler. Ihn als Führungsspieler zu bezeichnen, wäre etwas hochgegriffen, aber wir trauen ihm durchaus zu, in eine größere Rolle hineinzuwachsen.

Welche Rolle werden die Baunach Young Pikes in der kommenden Saison spielen? Ist mehr drin als nur der Kampf gegen den Abstieg?
Das lässt sich im Moment schwer voraussagen.Ich glaube schon, dass wir Talent und Potenzial haben. Mit Louis Olinde, Tibor Taras und mit Abstrichen Daniel Keppeler haben wir Spieler, die jetzt schon zwei Jahre in der ProA hinter sich haben. Wir sind also nicht mehr ganz so grün hinter den Ohren wie das zum Beispiel im letzten Jahr der Fall war. Aber ich glaube schon, dass wir im ersten Schritt gut beraten sind, erst einmal auf uns zu schauen und zu sehen, dass wir mit der Spielhärte und der Spielgeschwindigkeit in der ProA zurechtkommen. Ich traue uns aber auch zu, dass wir vielleicht nicht so lange und intensiv um den Klassenerhalt kämpfen müssen, wie das im letzten Jahr der Fall war. Aber man muss auch erst einmal sehen, wie sich die anderen Teams schlagen. Da sind noch einige unbeschriebene Blätter dabei, bei denen man aufgrund der Kaderzusammenstellung noch nicht sagen kann, wie stark oder schwach sie sein werden. Das ist schwer zu prognostizieren.

Dass die Saison so schwer werden könnte, ahnte Villmeter zu diesem Zeitpunkt nicht, denn der Saisonstart verlief miserabel. Zehn teilweise unglückliche Niederlagen standen zu Buche, bevor man Ende November gegen Heidelberg endlich den ersten Sieg feiern konnte. Doch das sollte der einzige Erfolg in der Hinrunde bleiben, sodass sich die Verantwortlichen in höchster Abstiegsnot zum Handeln gezwungen sahen und Coach Villmeter freistellten. Jugendkoordinator Yassin Idbihi: „Wir danken Fabian für die Arbeit der letzten zweieinhalb Jahre. Er hat eine unglaubliche Leistung für das Bamberger Nachwuchskonzept gebracht. Am Ende aber haben wir leider entscheiden müssen, dass ein Trainerwechsel notwendig ist, um einen Impuls im Abstiegskampf zu setzen.“

Zwei Tage nach der Trennung von Trainer Fabian Villmeter feierte das Tabellenschlusslicht der 2. Basketball-Liga ProA unter der Leitung von Co-Trainer Mark Völkl und Yassin Idbihi vor der imposanten Kulisse von 1040 Zuschauern einen umjubelten 91:89-Erfolg nach Verlängerung gegen die Chemnitz 99ers.

Kurz darauf präsentierte man einen neuen Cheftrainer: Mario Dugandzic übernahm neben Assistenztrainer Mark Völkl das Farmteam von Brose Bamberg. Der 32-Jährige trat damit die Nachfolge von Fabian Villmeter an. 

Der gebürtige Herzegowiner war nach Stationen in Nürnberg und Heidelberg zuletzt als Jugendleiter der BG Karlsruhe tätig und feierte einen Einstand nach Maß beim ersten Auswärtssieg der Saison: Der Tabellenletzte belohnte sich vor 1031 Zuschauern beim Drittplatzierten Rheinstars Köln für seinen couragierten Auftritt mit einem knappen 81:80-Erfolg und landete den zweiten Sieg in Folge. Nur drei Tage später konnten sich die Young Pikes wieder berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der 2. Basketball-Liga ProA machen. Sie gaben mit dem 76:73-Heimerfolg den letzten Tabellenplatz an ihre Gäste vom Team Ehingen Urspring ab. Mit dem dritten Sieg in Folge hatten sie zudem den Rückstand  auf das rettende Ufer auf zwei Punkte verkürzt. Am übernächsten Spieltag konnten sie die zuletzt so überzeugenden RÖMERSTROM Gladiators Trier überraschend deutlich mit 103:82 bezwingen. Mit 10 Punkten belegten die Oberfranken zwar weiterhin Platz 15, waren aber vor dem letzten Saisondrittel punktgleich mit der OrangeAcademy aus Ulm, die auf dem ersten Nichtabstiegsplatz standen. Danach folgten allerding erneut sechs Niederlagen, bevor es zum Showdown in Ulm kam. Zwei Spieltage vor Saisonende standen die Baunach Young Pikes nach einem dramatischen und Nerven aufreibenden 92:90 Erfolg nach Verlängerung bei der OrangeAcademie in Ulm erstmals nach langer Zeit nicht mehr auf einem Abstiegsplatz und konnten nun aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen. Am vorletzten Spieltag kam es dann gegen Hagen zum Baunacher Saisonhöhepunkt. Die Presse berichtete: „Die Baunacher Spieler hüpften im Mittelkreis ausgelassen herum, die Zuschauer klatschten dazu rhythmisch im Takt.

 

Partystimmung herrschte bei den über 1300 begeisterten Fans in der fast ausverkauften Stauffenberghalle nach dem letzten Heimspiel der Young Pikes in der 2. Basketball-Liga ProA.

Mit dem 98:76-Erfolg gegen den Play-off-Teilnehmer Phoenix Hagen brannten die jungen Hechte abermals ein Offensivfeuerwerk ab und erzielten zum dritten Mal in Folge mehr als 90 Punkte. Trotz des dritten Heimerfolgs hintereinander ist der Klassenerhalt aber immer noch nicht sicher, da auch der Vorletzte Ehingen am Samstag gewann. Somit wird die Abstiegsfrage erst am letzten Spieltag beantwortet.“

Doch das Wunder trat ein und man sicherte den Klassenerhalt in der 2. Basketball-Bundesliga ProA auf den letzten Drücker: Obwohl sie in Kirchheim mit 83:75 unterlagen, konnten die Pikes nach dem klaren 102:67 Erfolg der Hanau Whitewings in Ehingen dank des besseren direkten Vergleichs den rettenden 14. Tabellenplatz vor dem punktgleichen Team Urspring behaupten. Nach der Begegnung dauerte es noch eine Weile, bis das Endergebnis aus Ehingen eintraf, doch dann brachen alle Dämme und die Nichtabstiegsparty konnte beginnen. Ein klatschnasser Mario Dugandzic strahlte bei der Pressekonferenz: „So eine tolle Niederlage habe ich noch nicht erlebt, aber wir sind jetzt glücklich die Klasse gehalten zu haben. Mit einem Auge haben wir immer das Ergebnis aus Ehingen verfolgt. Das war eine ungewohnte Situation für uns, da wir den Ausgang des Spieltags nicht in unseren Händen hatten. Nach dem schlechten Start aber hat mein Team auch heute seinen Charakter gezeigt und gekämpft und am Schluss sind wir ja sogar nochmal dran gewesen.“ Teammanager Jörg Mausolf jubelte nach der Begegnung: „Niemand hat nach der Vorrunde mehr an uns geglaubt, aber das gesamte Team um Mario hat das Wunder in der Rückrunde noch möglich gemacht.  27 Spieltage lagen wir am Tabellenende und haben trotzdem eine tolle Moral gezeigt. Das ist eine charakterstarke Mannschaft, die sich nicht aufgegeben hat. Jetzt wird erst mal gefeiert, bevor wir ab Dienstag die bereits begonnenen Planungen für ein weiteres ProA-Jahr fortsetzen können.“

 

Auch die anderen Baunacher Herrenmannschaften erlebten eine ähnliche Saison, denn die zweite Mannschaft sicherte sich den Klassenerhalt in der Bezirksliga erst am letzten Spieltag vor dem punktgleichen SV Weidenberg, während die dritte Mannschaft als Vorletzter die Bezirksklasse mit Mühe und Not halten konnte. Eine erfreuliche Ausnahme stellten die Damen unter ihrem erfahrenen Coach Claus Meixner dar, denn nach dem 3. Platz in der Bezirksliga sicherten sie sich überraschend den Bezirkspokal.

 

Auch im Nachwuchsbereich gab es nach langen Jahren mal wieder etwas zu feiern, denn die U10 unter den Trainerinnen Nina Bandhauer und Gina Mausolf gewann die Meisterschaft in der Bezirksliga dank des besseren direkten Vergleichs gegen Oberhaid.

 

 

Rang 

 
 

Name 

 
 

Spiele 

 
 

Punkte 

 
 

Körbe 

 
 

Diff. 

 

1

1. FC Baunach

10

18

651 : 325

326

2

RSC Oberhaid

10

18

625 : 424

201

3

DJK Eggolsheim 2 a.K.

10

10

412 : 458

-46

4

TS Kronach

10

8

398 : 556

-158

5

SpVgg Rattelsdorf 2

10

4

396 : 567

-171

6

BBC Coburg 2

10

2

362 : 514

-152

Von hinten links: Nina Bandhauer, Max Helbing, Jakob Meißel, Sem Vernon, Elia Baptistella, Gina Mausolf

Von vorne links: Ben Vernon, Felix Will, Quentin Carpenter

Es fehlen: Max Meißel und David Weinkauf

 

Die U16 unter Trainer Julian Moll quälte sich durch die Saison, da sie zu knapp besetzt war, konnte aber immerhin vier Siege in der Bezirksklasse erringen. Die U14 mit Coach Niklas Ruckdeschel wurde Vorletzter in der Bezirksklasse, während die U12 mit Trainer Daniel Töwe den 5. Platz in der Bezirksklasse erreichen konnte. Positiv wirkte sich das Engagement von Claudia Helbing aus, die als Jugendleiterin den zweiten Abteilungsleiter Claus Meixner in der Organisation tatkräftig unterstützte.

Bei der Abteilungsversammlung im Juni wurde die Leitung neu strukturiert, denn nach 22 Jahren an der Spitze der Basketballabteilung des 1. FC Baunach verabschiedete sich Jochen Hirmke in den wohlverdienten Funktionärs-Ruhestand. Kein anderer Name ist so mit der Geschichte des Baunacher Basketballs verbunden, wie der des langjährigen Abteilungsleiters. Hirmke war bereits in den Gründungsjahren der Abteilung Ende der 1970er Jahre als Spieler und Trainer aktiv und wurde dann 1996, mehr aus Zufall, wie er sagte, zum Abteilungsleiter gewählt. Nun möchte er der nächsten Generation das Feld frei machen, bleibt der Abteilung aber sowohl als Ratgeber als auch bei der Spieltags-Organisation in der 2.Basketball-Bundesliga erhalten. Zum neuen Abteilungsleiter wurde Jörg Mausolf gewählt. Der langjährige Kassier und Teammanager der Baunach Young Pikes wird nun zusammen mit Claus Meixner (2. Abteilungsleiter) und Christoph Rittmaier (Kassier) die Geschicke der Abteilung führen.