In einer neuen Liga und in einer neuen Halle starteten die Baunach Young Pikes nach dem Abstieg aus der ProA in die neue Saison. Der Fränkische Tag berichtete:

Baunach Young Pikes starten in die neue Saison

Seit dem 12.08. befinden sich die Baunach Young Pikes in der Vorbereitung auf die neue Saison in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB. Nach einer turbulenten Sommerpause, in der beim Kooperationspartner Brose Bamberg einige Weichen neu gestellt wurden, geht das Farmteam des neunfachen Deutschen Meisters zuversichtlich die neue Liga in einer neuen Halle an.

Head Coach Mario Dugandzic musste in der ersten Trainingswoche noch auf einige Schützlinge warten, die entweder leichte Verletzungen auskurierten oder nach Nationalmannschafts-Einsätzen Sonderurlaub bekamen. Ohnehin war es aus Baunacher Sicht ein ereignisreicher Nationalmannschafts-Sommer. Sechs Teilnehmer repräsentierten die Young Pikes auf Europäischer Bühne - die Coaches Mario Dugandzic (U20) und Mark Völkl (U16) in Funktionen als Assistent-Coaches, zudem Mateo Seric (U20) und Elias Baggette (U18). Mateo und Mario gewannen mit der U20-Auswahl sogar die Bronze-Medaille für Deutschland.  Darüber hinaus waren Leon Bulic (U18 Kroatien) und Jekabs Beck (U 18 Lettland) bei einer EM ebenfalls im Einsatz.                                                                                                                                      

Zum Baunacher Vorbereitungsauftakt fehlen verletzungsbedingt Kay Bruhnke und Marvin Heckel, der mittlerweile wieder ins Training eingestiegen ist. Insbesondere Bruhnkes Ausfall schmerzt, da dieser erst Ende des Jahres zurückerwartet wird, nachdem er sich im März erneut verletzte. Einen Teil der Saisonvorbereitung werden Daniel Keppeler, Mateo Seric, Moritz Plescher und Felix Edwardson fehlen, die in der Zwischenzeit mit dem Erstliga-Team trainieren und ebenfalls ins Trainingslager nach Serbien reisen. Man sieht, dass die Jungs alle über den Sommer gut gearbeitet und sich fit gehalten haben,“ fasst der Baunacher Head Coach seine positiven Eindrücke aus der ersten Trainingsphase zusammen. Er gibt sich zuversichtlich, mit dieser jungen Mannschaft ohne ausländische Importspieler eine gute Rolle spielen zu können. Gleichzeitig warnt er aber davor, die Aufgabe ProB zu unterschätzen: „Klar gibt es weitere Farmteams, die ebenfalls mit jungen Spielern spielen. Aber es ist keinesfalls eine einfache Liga. Der Rest sind eigentlich alles ambitionierte und gute Mannschaften, das heißt, sie sind mit ehemaligen Bundesligaprofis, ProA-Spielern oder Ausländern besetzt. Wir brauchen uns dennoch nicht zu verstecken. Mein persönliches Ziel ist es, die Playoffs zu erreichen.“
Den Umzug in die Strullendorfer Hauptsmoorhalle bewertet Dugandzic positiv: „Es kommt uns entgegen, dass wir jetzt in unserer Trainingshalle auch spielen können. Da kennen wir die Körbe, den Boden und es ist auch sonst alles da. Ich glaube, wenn wir einen guten Basketball spielen und die Halle gut füllen, können wir die potenziell tolle Atmosphäre aus der blauen Stauffenberg-Halle mit nach Strullendorf transportieren.“  Entsprechend dem Alter der Young Pikes will der Head Coach einen schnellen Basketball spielen lassen und aggressiv verteidigen: „Wir wollen über das Kollektiv kommen und dann wird sich zeigen, wer die Leistungsträger sind und wer Verantwortung übernehmen will.“

Aufschlüsse darüber sollen sieben Vorbereitungsspiele geben, die bisher geplant sind. Der Saisonauftakt gegen den Aufsteiger aus Speyer, der mit einer ganz erfahrenen Truppe in Strullendorf antrat, war wenig erfreulich. Dabei schmerzte weniger die klare 72:98 Niederlage vor den 350 Zuschauern als vielmehr die erneute Verletzung von Nico Wolf, für den nach einem erneuten Kreuzbandriss die Saison schon wieder beendet war. Anschließend startete man aber eine Serie von fünf Siegen in Folge, bevor man in Würzburg wieder unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde. Doch nun war die mit Abstand jüngste Truppe der Liga in der ProB angekommen und lag durchgehend auf einem Playoff-Platz, auch wenn es in der Rückrunde nach einer Niederlagenserie zwischen dem 15. Und dem 19. Spieltag noch einmal knapp wurde. Doch dann folgten drei unerwartete furiose Auswärtserfolge, die den Einzug in die Playoffs perfekt machten. Vor allem der grandiose Derbysieg in Coburg vor einer Rekordkulisse sorgte in Baunach für Begeisterung.                                                                  

Die örtliche Presse schwärmte: Baunach strahlender Sieger beim Derby in Coburg

Einen enorm wichtigen 90:57 Erfolg errangen die Baunach Young Pikes in der BARMER 2. Basketball Bundesliga beim Lokalderby in Coburg. Damit sind ihre Chancen wesentlich gestiegen, doch noch die Play-offs zu erreichen, obwohl man zuletzt vier Spiele in Folge verloren hatte.

Die Gastgeber mussten neben Kapitän Chris Wolf auch auf ihren am Ellenbogen verletzten Amerikaner Princeton Onwas verzichten, was sich aber zu Beginn nicht bemerkbar machte. Vor einer imponierenden Kulisse von fast 1200 Zuschauern agierten beide Mannschaften im 1. Viertel viel zu hektisch und nervös, so dass es nach zehn Minuten beim Stand von 13:11 kaum erfolgreiche Offensivaktionen zu bejubeln gab.

 

Deutlich wurde aber schon zu diesem Zeitpunkt eine klare Reboundüberlegenheit der Coburger, die sich allein im ersten Abschnitt 14 Abpraller sichern konnten, während auf der Gegenseite nur fünf zu Buche standen.

Der Spielverlauf änderte sich allerdings komplett im zweiten Viertel, denn nun zogen die Baunacher das Tempo an und verteidigten wesentlich aggressiver als zu Beginn. Bis zur 13. Minute lagen die Gastgeber noch mit 22:20 in Front, doch dann gelang ihnen in den nächsten sechs Spielminuten kein Korb mehr, sodass die Young Pikes nach einem 19:0 Lauf plötzlich mit 39:22 in Führung lagen. Vor allem Kapitän Marvin Heckel hatte das Spiel kontrolliert und nachdem sich die Coburger bis dahin schon elf Ballverluste geleistet hatten, ging es beim Stand von 25:39 in die Kabinen.

Wer nach dem Seitenwechsel mit einem Aufbäumen des BBC gerechnet hatte, musste sich eines Besseren belehren lassen, denn Moritz Plescher eröffnete dieses Viertel gleich mit einem Dreier und nun ergoss sich eine Serie dieser Distanzwürfe über die Einheimischen. Acht von elf Dreierversuchen verwandelten die Gäste allein in diesem Abschnitt und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Neben Plescher trafen jetzt auch Nicholas Tischler und Leon Bulic sehr sicher. Beim Stand von 32:65 (26. Minute) ahnten wohl die meisten Zuschauer, wie diese Begegnung ausgehen würde und als nach dem dritten Abschnitt ein 36:79 von der Anzeigetafel leuchtete, glaubte eigentlich keiner der zahlreichen Fans in der Coburg Arena mehr an einen Heimsieg.


 

In den letzten zehn Minuten tat sich dann auch nicht mehr viel, denn die jungen Hechte schalteten im Gefühl des sicheren Sieges einen Gang zurück und leisteten sich einige überhastete Abschlüsse und Leichtsinnsfehler, sodass die Schützlinge von Ulf Schabacker noch etwas Ergebniskorrektur betreiben konnte, zu mehr reichte es allerdings nicht.

 

Baunachs Coach Mario Dugandzic freute sich nach dem Spiel: „Das war ein notwendiger Sieg, der der uns jetzt in die Position bringt, tatsächlich bessere Chance für die Play-offs zu haben. Wie wir im zweiten und vor allem dritten Viertel aufgetreten sind, das ist genau das, was wir eigentlich können. Da haben wir das Potenzial, was wir uns seit Anfang der Saison so ein bisschen erarbeitet haben, auch gezeigt. Natürlich hat die Tatsache, dass wir in der letzten Woche und heute fast komplett waren, sehr geholfen. Man hat genau gemerkt, dass es wieder interessant ist, mit Leon und mit Brandon Tischler in der Rotation zu spielen. Ich glaube, alle haben heute ordentlich abgeliefert, das hat mich total für die Jungs und für uns alle gefreut. Bis zum Beginn der Play-offs wird es jetzt sehr spannend.“ Damit sprach er das enge Tabellenmittelfeld in der Liga an. Zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde können sich noch die sechs Teams auf den Plätzen 5 bis 10 Chancen auf die Aufstiegsrunde ausrechnen, wobei die Baunacher noch einen Sieg brauchen, um wohl sicher dabei zu sein. Ansonsten wäre man auf die Schützenhilfe anderer Mannschaften angewiesen, was in dieser ausgeglichenen Liga schnell „ins Auge gehen“ kann. Einen großen Schritt könnte man jedoch schon am nächsten Samstag machen, sollte man das Nachholspiel in Ulm gewinnen.

BBC Coburg: Urbano (14/2 Dreier), Keita (14/1), Bär (10), Ebert (7/1), Perschnick (7), Lorber (4), Dippold (1), Herbst, Baric.

Baunach Young Pikes: N. Tischler (16/1), Heckel (15/3), Plescher (15/4), Bulic (13/2), Baggette (9/1), B. Tischler (7), Keppeler (7/1), Serie (6/1), Saffer (2), Überall, Mavridis.

Erst im letzten Heimspiel musste man in der rappelvollen Hauptsmoorhalle vor 520 Zuschauern eine erneute Niederlage gegen den fränkischen Rivalen aus Würzburg hinnehmen und landete nach der Hauptrunde mit 12 Siegen auf dem wichtigen 4. Platz.

 

Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

1 Baunach Young Pikes - MORGENSTERN BIS Baskets Speyer 72:98                                                       

2 FRAPORT SKYLINERS Juniors - Baunach Young Pikes 66:77                                                                

3 Baunach Young Pikes - BBC Coburg 78:57                                                                                        

4 Baunach Young Pikes - EBBECKE WHITE WINGS Hanau 66:63                                                            

5 scanplus baskets Elchingen - Baunach Young Pikes 59:68                                                                   

6 Baunach Young Pikes - FC Bayern Basketball II 88:67                                                                        

7 TG s.Oliver Würzburg Baunach Young Pikes 99:73                                                                             

8 Baunach Young Pikes OrangeAcademy 78:67                                                                                     

9 Basketball Löwen Baunach Young Pikes 69:71                                                                                    

10 Baunach Young Pikes - Depant GIESSEN 46ers Rackelos 85:92                                                          

11 TSV Oberhaching Tropics - Baunach Young Pikes 85:73                                                                  

12 Baunach Young Pikes TSV Oberhaching Tropics 103:79                                                                   

13 EBBECKE WHITE WINGS Hanau - Baunach Young Pikes 77:63                                                          

14 Baunach Young Pikes - Basketball Löwen 77:73                                                                              

15 Depant GIESSEN 46ers Rackelos - Baunach Young Pikes 94:62                                                       

16 Baunach Young Pikes - scanplus baskets Elchingen 82:103                                                              

17 FC Bayern Basketball II - Baunach Young Pikes 80:72                                                                    

19 Baunach Young Pikes - FRAPORT SKYLINERS Juniors 70:93                                                             

20 BBC Coburg - Baunach Young Pikes 57:90                                                                                    

18 OrangeAcademy - Baunach Young Pikes 82:93                                                                              

21 MORGENSTERN BIS Baskets Speyer - Baunach Young Pikes 78:85                                                  

22 Baunach Young Pikes – TG s.Oliver Würzburg 82:93

Folgende 19 Spieler kamen im Team von Mario Dugandzic und Mark Völkl zum Einsatz:

#47 Marvin Heckel, 22 Spiele, 298 Punkte
#4 Elias Baggette, 21, 201
#1 Nicholas Tischler, 21, 153
#6 Moritz Plescher, 20, 232
#17 Mateo Seric, 18, 262
#22 Leo Vincent Saffer, 17, 31
#13 Leon Bulic, 17, 151
#2 Brandon Tischler, 16, 145
#31 Daniel Keppeler, 15, 127
#8 Felix Edwardsson, 14, 45
#26 Heinrich Überall, 7, 5
#14 Daniel Köppel, 7, 7
#15 Jekabs Beck, 6, 32
#12 Valentin Brevet, 5, 3
#18 Adrian Bergmann, 4, 2
#33 Johannes Mavridis, 3, 2
#10 Miles Osei, 3, 4
#21 Nicolas Wolf, 1, 0
#11 Jannis Sonnefeld, 1, 0

Abschlusstabelle nach der Hauptrunde

1.Scanplus Baskets Elchingen 40:4 Punkte                                                                                          

2. TG s.Oliver Würzburg 32:12
3. EBBECKE White Wings Hanau 26:18
4. Baunach Young Pikes (A) 24:20
5. BBC Coburg 22:22
6. Depant Gießen 46ers Rackelos 22:22
7. OrangeAcademy 20:24
8. Morgenstern BIS Baskets Speyer (N) 20:24
9. FC Bayern Basketball II 20:24
10. Fraport Skyliners Juniors 18:26
11. TSV Oberhaching Tropics (N)14:30
12. Basketball Löwen Erfurt 6:38

Damit hätte man Heimrecht im Achtelfinale gegen Bochum gehabt, doch nur wenige Tage später beendete das Corona-Virus abrupt und überraschend die Saison. Noch überraschender kam dann etwa zwei Monate später das Aus für die Kooperation mit Brose Bamberg. Begründet wurde dieser Schritt mit der Fortsetzung der zu Beginn des Jahres 2019 eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen. Geschäftsführer Arne Dirks: „Der Schritt ist uns nicht leichtgefallen. Die Baunach Young Pikes haben nicht nur uns und unseren Fans in den letzten Jahren viel Freude bereitet. Vor allem waren sie Sprungbrett und Ausbildungsstätte für viele Bamberger Jugendspieler, die später den Weg in die BBL gefunden haben. Um unseren angepeilten Konsolidierungskurs allerdings beizubehalten, müssen wir die Kooperation schweren Herzens beenden. Im Laufe der Kooperation waren einige National- und Bundesligaspieler aus dem Programm hervorgegangen, wie etwa Johannes Thiemann, Andreas Obst und Leon Kratzer. Im aktuellen Brose-Kader standen mit Mateo Seric, Moritz Plescher, Marvin Heckel, Daniel Keppeler und dem zurzeit verletzten Louis Olinde gleich fünf Spieler, die bei den Baunach Young Pikes „groß“ wurden.

In Baunach war die Enttäuschung über diese Entscheidung natürlich groß. Jörg Mausolf, Abteilungsleiter Basketball Baunach Young Pikes: „Nach dem überraschenden Aufstieg in die ProB in der Saison 2012/2013 wurden wir das Farmteam von Brose Bamberg und waren über alle Jahre ein verlässlicher Partner. Ich möchte mich, auch im Namen des 1. FC Baunach, bei allen Mitarbeitern der Bamberger Basketball GmbH für die tolle und faire Zusammenarbeit über diesen langen Zeitraum bedanken, vor allem auch bei den ehemaligen Geschäftsführern Wolfgang Heyder, mit dem schon 2004 die Zusammenarbeit vereinbart wurde, und Rolf Beyer.“ Allerdings hätten sich die Baunacher Verantwortlichen gewünscht, eine Chance zu bekommen, um sich auf eigene Füße zu stellen. Dazu hätte man aber eine weitere Unterstützung für ein weiteres Jahr gebraucht, um in der Zwischenzeit alle Vorbereitungen für einen Verbleib in der 2. Liga zu schaffen. Leider wurde den Young Pikes diese Chance nicht gegeben. Auch später nachgeschobene Erklärungen wie zu hohe Kosten, waren nicht stichhaltig, schließlich wurden alle Verträge von Brose Bamberg in eigener Verantwortung abgeschlossen. So gab es in der Kürze der Zeit nur die Möglichkeit, den Platz in der ProB zurückzugeben und in der Regionalliga zu melden.

Auch im Bezirk Oberfranken konnte die Saison wegen Corona nicht zu Ende gespielt werden, sondern man beendete das Spieljahr Mitte März.

Die 2. Mannschaft der Baunacher, die „Mighty Pikes“ belegten den 3. Platz in der Bezirksliga, was später zum Aufstieg in die Bezirksoberliga reichte.

Die 3. Herrenmannschaft startete in der Bezirksklasse und belegte ebenfalls den 3. Platz:

Die Damen unter dem langjährigen Coach Claus Meixner holten in der Bezirksliga die Vizemeisterschaft: 

Im Jugendbereich war die wichtigste Neuerung der Einstieg von Claudia Helbing, die ab dieser Saison die Verantwortung für den Spielbetrieb mit großem Erfolg und maximaler Zuverlässigkeit übernahm. Es war auch ihr Verdienst, dass mit gleich 7 gemeldeten Jugendteams ein neuer Melderekord für Baunach aufgestellt wurde.

Die U16 unter Julian Mohl belegte in der Bezirksliga den 6. Platz bei Saisonabbruch. Die U14 (Niklas Ruckdeschel) beendete die Saison in der Bezirksliga mit einem sehr guten 2. Platz. Die U12/1 (Headcoach: Tobias Hoyesch und Max Helbing) landete in der Bezirksliga auf einem tollen 3. Platz. Die U12/2 mit dem Trainergespann Nina Bandhauer und Gina Mausolf wurde in der Bezirksklasse 7. Die U10/1 musste wegen Spielermangels aus der Bezirksoberliga zurückgezogen werden, während die U10/2 mit Nina Bandhauer und Gina Mausolf in der Bezirksliga den 5. Platz erreichte. Die U8 (Trainer Tobias Hoyesch/Konstantin Zimmer) konnte wegen des frühen Saisonabbruchs überhaupt kein Spiel bestreiten.